Zum fünfjährigen Bestehen der Doce
Pares-Eskrima-Organisation in Deutschland fand am Pfingstwochenende ein großer
Jubiläumslehrgang in Brackenheim bei Heilbronn statt. Zu diesem besonderen
Anlass hatte das Präsidium den mehrfachen Welt- und Europameister Ermar Alexander (5. Dan) aus London eingeladen. Über unseren
Schriftführer Marco Stolz war schnell ein Kontakt nach England hergestellt, so
dass am Pfingstsamstag Meister Alexander am Stuttgarter Flughafen pünktlich
landen konnte.
Bei sonnigem Pfingstwetter trafen sich fast vierzig
Eskrimadores in Brackenheim, alle voller Erwartung und neugierig auf den
illustren Gast. Nach einer Begrüßung durch den Präsidenten Dr. Hans-Ulrich
Markmann und den Geschäftsführer Horst Eckert ging Ermar Aleksander gleich in
die Vollen. Der Themenkomplex, der uns das Wochenende über beschäftigen sollte,
waren Techniken mit dem Einzelstock unter besonderer Berücksichtigung von
Wettkampftechniken. So wurden am Samstag schweißtreibende Einzelstocktechniken
trainiert, in Kombinationen zu 4 bis 16 Schlägen hintereinander. Am Anfang
wurden die Schläge in langsamer Folge zur Aufwärmung des Handgelenks
durchgeführt, später das Tempo gesteigert, und zum Schluss war klar, warum
Eskrima als „Kunst der fliegenden Stöcke“ bezeichnet wird. So wurden immer neue Schlagfolgen in drillartiger Form
eingeübt. Alles war fleißig und konzentriert dabei und lange Zeit hörte man nur
das charakteristische Geräusch des Eskrima, das Klappern der Stöcke.
Am Sonntag ging es dann mit Partnerübungen weiter. So wurden
die gelernten Kombinationen zunächst an einem Stock, dann mit Partnerkontakt,
schließlich auch mit Block- und Kontertechniken geübt und durch ständiges
Wiederholen verfeinert. Plötzlich spielten Begriffe, wie Distanz, gegnerisches
Verhalten, Reaktionsschnelligkeit und Taktik eine Rolle. In einem weiteren
Schritt wurde die Schutzkleidung für einen Vollkontaktstockkampf vorgestellt.
Zunächst mussten 2 Beteiligte eine Rüstung anlegen, so dass jetzt alle anderen
einmal die geübten Schlagdrills mit voller Kraft durchführen konnten.
Später durften besonders Interessierte nach dem
internationalen Regelwerk in Schutzausrüstung gegeneinander antreten. Alle
diese Mutigen waren aber von der Enge des Helms, von dem kleinen Gesichtsfeld
durch das Helmgitter und von der konditionsraubenden Länge von 3 Runden zu
einer Minute beeindruckt. Am Ende des Tages waren alle Beteiligten müde und
erschöpft, aber mit einem breiten Lächeln im Gesicht als Elmar Alexander lobte:
“Übt weiter hart und Ihr könnt zu den Besten Europas
werden!“ Mit dem philippinischen Abschiedsgruß „Mabuhay“ und der Gewissheit
eines Wiedersehens im nächsten Jahr klang ein schönes Pfingstwochenende harmonisch aus.
(Dr. Uli Markmann)